Futuristische Kraftfahrzeuge werden immer komplexer. In der neuesten Konzeptstudie von Volvo für Sicherheitsbewusste stecken gleich fünf eingebaute Rechner - mit Microsoft-Betriebssystem.
Bill Gates' Erfolgsprodukt Windows ist deutlich weiter verbreitet, als man so annimmt: Wer aufmerksam durch seine Stadt geht, entdeckt Microsofts Windows-Betriebssystem in Geldautomaten, Fahrkartendruckern und Kassensystemen, auf Großbildschirmen, an Infosäulen und den Internet-Telefonzellen der Deutschen Telekom.
Groß ist die Freude in Hacker-Kreisen, wenn sich ein solches Alltagsgerät mit dem berühmt-berüchtigen «Bluescreen of Death» verabschiedet hat und so sein wahres Innenleben offenbart.
Von aufmerksamen Computerfans in freier Wildbahn goutiert werden zudem die üblichen Windows-Standardfehler: «Das ist sehr putzig, wenn so ein Briefmarkenautomat einen Neustart hinlegt», meint da einer. Aber würde man sich auch in ein Fahrzeug setzen, dessen Bordelektronik offenbar von Windows 98 gesteuert wird? Volvo hofft: Ja.
Fünf Bordcomputer, einmal Windows 98
Laut einem Bericht des US-Nachrichtenkanals «MSNBC» enthält das so genannte «Volvo Safety Concept Car» insgesamt fünf getrennte Computersysteme - und die liefen «übrigens unter Windows 98». Das angeblich sicherste Fahrzeug der Welt kostet in seinem jetzigen Prototypen-Stadium noch rund 10 Millionen Dollar, sieht aus wie ein besonders futuristischer Sportwagen und nähert sich seiner Umgebung über ein großes Sammelsurium an Kameras und Sensoren an, um jede
Unfallgefahr im Vorhinein zu bannen.
Auf einer US-Tour konnten es sich ausgewählte Menschen bereits ansehen. Die Hochtechnologie begegnet einem schon beim Einsteigen: Ein Sensor ermittelt, wie die Sitzposition sein muss, damit der (noch) menschliche Fahrer genau richtig zur Heckscheibe hinaussehen kann. Lenkrad, Pedale und Bedienkonsole passen sich an.
Fahrzeug erlaubt kein schlechtes Fahren
Den lästigen Blick zu den Fahrgästen im Fond müssen Fahrer des Sicherheitsautos ebenfalls nicht mehr riskieren: Kameras bringen sie auf den Bildschirm, ohne dass der Fahrer den Blick von der Straße nehmen muss. Fährt man zu nah auf, gibt der Bordcomputer ein Signal, verboten sind außerdem das Ausscheren ohne Blinken sowie der Spurwechsel, während andere Fahrzeuge in der Nähe sind: Das Gefährt lässt einen einfach keine Fehler machen.
Wie viele dieser Features direkt via Windows gesteuert werden, verrät Volvo nicht. Der «MSNBC»-Reporter, der das Fahrzeug testen durfte, sprach jedoch von
einem bisweilen überempfindlichen Verhalten: Bestimmte Manöver, die eigentlich erlaubt sein mussten, waren verboten. Aus Angst vor einem Systemabsturz, wie einige Internet-User auf einer Szene-Website meinten?
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